AWC AG

Newsletter

August 2004

Odysseum - Cologne Science Center

April 2006

Entwurfsplanung der Ausstellungskonzeption kurz vor dem Abschluss und "Startschuss" für den Architektenwettbewerb

Der "Startschuss" für den Architektenwettbewerb steht kurz bevor. Gegenwärtig laufen die letzten Abstimmungen zwischen der SK-Stiftung CSC, dem mit der Projektsteuerung Gebäude beauftragten Unternehmen Drees & Sommer, der "Theming Company" Kurt Hüttinger GmbH (Entwurfsplanung Ausstellungskonzeption) und AWC als Projektsteuerer des Bereichs Interieur und zugleich in der Rolle der Gesamtprojektleitung. Parallel dazu laufen die letzten Arbeiten im Rahmen der Entwurfsplanung für das Interieur des ODYSSEUMs. Das als  "Theming Company" beauftragte Unternehmen Kurt Hüttinger GmbH arbeitet seit Dezember 2005 an dem Vorhaben und wird bis Mitte April 2006 die mit großer Spannung erwarteten Ergebnisse der Entwurfsplanung vorlegen. Mit Abschluss dieser Phase hat das Vorhaben ODYSSEUM einen weiteren entscheidenen Schritt auf dem Weg hin zur Projektrealisierung erreicht. Selbstverständlich werden wir Sie hier auf unserer Homepage sowie mittels unseres Newsletters über den weiteren Verlauf und die Entwicklung des Projekts ODYSSEUM informieren. Schauen Sie bald mal wieder rein!

Science Center - Land will jetzt 60 Prozenz der Investitionen übernehmen

Eine klare Empfehlung für Kiel als Standort eines Science Centers Schleswig-Holstein hat Wirtschaftsminister Bernd Rohwer auf Basis eines entsprechenden Gutachtens abgegeben. Doch zu Kosten und Wirtschaftlichkeit des Projektes gibt es noch eine ganze Reihe genauso gravierender wie offener Fragen.

So war gestern die Enttäuschung des Konkurrenten Flensburg groß, die Freude der Kieler jenseits der klar bescheinigten Standort-Vorteile jedoch eher verhalten. Auch die Perspektive einer 60-prozentigen Landes-Förderung des auf 22 Millionen Euro Investitionskosten "abgespeckten" Projektes konnte darüber nicht hinwegtrösten: 60 Prozent sind zwar mehr, als nach Aussagen führender Landesvertreter in den letzten Monaten erwartet, aber weniger, als vom Kieler Rat erhofft, als dieser sich im Juni 2003 für ein Maritimes Science Center bei 70-prozentiger Landesförderung aussprach.

Die Einbindung der starken Ressourcen in Maritimer Wirtschaft, Meeresforschung und -technologie sei in dem Kieler Konzept besser gegeben, begründete Rohwer gestern seine Empfehlung für den Standort Kiel. Auch höhere Besucherzahlen, ebenso wie höher erwartete Beschäftigungs- und Wachstumseffekte sprächen laut Gutachten der Hamburger Beratungsfirma Dr. Steinröx für Kiel.

Aber deutlich wurden auch viele offene Fragen. So sei eine dauerhafte Wirtschaftlichkeit "noch nicht hinreichend gesichert", der Aufwand für eine mittel- und langfristige Erhaltung der Attraktivität des Angebotes laut Gutachten bislang zu niedrig angesetzt. Und dann müsse auch die Konkurrenz, die sich in Hamburgs Hafencity angesagt hat, berücksichtigt werden. Die Punkte sollen schnell geklärt werden, im Herbst will das Land über die Förderung entscheiden. Rohwer stellte klar: Auch wenn Kiel zurücktritt, werde Flensburg in Sachen Science Center nicht der Gewinner. Diese Entscheidung ist für ihn schon gefallen.

Quelle: Kieler Nachrichten Online, 02.07.2004

Zehn Jahre Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

Das Haus der Geschichte in Bonn feiert Geburtstag. Rund neun Millionen Besucherhaben seit der Eröffnung des Museums am 14. Juni 1994 die Ausstellungen zur Geschichteder Bundesrepublik Deutschland besucht. Mit einem Besucherfest, einem internationalbesetzten Symposium sowie einem Festakt, zu dem Bundespräsident JohannesRau erwartet wurde, beging das Haus der Geschichte in Bonn vom 13. bis zum15. Juni seinen zehnten Geburtstag. Kulturstaatsministerin Weiss lobte in ihrer Redezur Eröffnung des Symposiums "Perspektiven - Die Zukunft der Museen im 21. Jahrhundert"die Konzeption des Museums: Das Haus der Geschichte zeige beispielhaft,wie man eine Sammlung klug und öffentlichkeitswirksam gestalten und zum wahrenBildgedächtnis machen könne.

Quelle: Kulturmanagement Newsletter, 04.07.2004

Space Park Bremen

Space Park Bremen: Krisenmanagement gefragt

Die Kette negativer Presseberichte über den Space Park in Bremen reißt nicht ab. Darunter leidet in den Augen der Betreiber besonders das bereits eröffnete Space Center, dem noch immer das gänzlich unvermietete Einkaufszentrum gegenüber steht, das entsprechende Besuchersynergien freisetzen sollte. Die Investoren gehen mittlerweile zum verschärften Krisenmanagement über. Clas Röhl von der Dresdner Bank, deren Degi Grundwertfonds Hauptinvestor der Anlage ist, erklärte gegenüber dem Hamburger Abendblatt: "Wir werden intensive Überlegungen anstellen, wie das Projekt gerettet werden kann. Wir analysieren alle möglichen Lösungen." Zuletzt konnte der Betrieb des Space Center nur durch eine Finanzhilfe in Höhe von 1,2 Millionen Euro bis Mitte August aufrechterhalten werden. Gerüchte über eine Schließung wies Röhl jedoch zurück. Stattdessen suche man für das Einkaufszentrum nach neuen Wegen der Vermietung.

Werner Stoffregen, Geschäftsführer der Bremer Beteiligungsgesellschaft und Projekt­entwicklungsfirma West Group, hat nach eigenen Angaben der Dresdner Bank im Auftrag eines Schweizer Trusts ein Kaufangebot für den Park gemacht, u.a. um im leer stehenden Einkaufszentrum in einer Dauerausstellung alle 770 Automodelle der Welt zu präsentieren. Die Dresdner Bank wollte diese Äußerungen laut TAZ jedoch nicht kommentieren.

Quelle: Themata, 05.07.2004

Dresdner Bank will Space Park nicht sofort verkaufen

Bremen - Das angeschlagene Space Center in Bremen wird entgegen anders lautender Meldungen nicht sofort verkauft. Dies bestätigte Clas Röhl vom Kreditgeber Dresdner Bank auf Nachfrage der WELT. Am Montag hatte es laut Medienberichten geheißen, dass die Bank das gesamte Areal mit dem leer stehenden Shopping-Teil und dem Entertainment-Park Space Center verkaufen will. Röhl dementierte, dass eine solche Entscheidung gefallen sei. "Derzeit wird über das Space Center ein Gutachten erstellt. Dies soll im August vorliegen, dann sehen wir weiter", sagte er der WELT.

Der Space Park, bestehend aus Shopping-Mall und Freizeitpark, ist derzeit das größte Bremer Sorgenkind. Lange Zeit suchte die Dresdner Bank als Investor einen Ankermieter für den Einkaufsbereich - ohne Erfolg. Heute stehen die 40 000 Quadratmeter Einzelhandelsfläche leer. Der Freizeitpark eröffnete zwar planmäßig, doch die Besucherzahlen blieben dem Vernehmen nach weit hinter den Erwartungen zurück. Im Mai kamen dann Bankvertreter nach Bremen mit dem Ziel, ihre Kredite aus dem Entertainment-Bereich, dem Space Center, abzuziehen. In Gesprächen einigten sich Stadt und Bank darauf, ein Gutachten zu den Perspektiven des Space Centers abzuwarten. Die Frist von acht Wochen für die Expertise ist abgelaufen, doch das Papier ist noch nicht fertig. "Alle Beteiligten waren sich einig, diese Zeit noch abzuwarten", sagte Senatssprecher Klaus Schloesser der WELT.

Unverändert suchen die Banker aber nach einem neuen Investor für die Shopping-Mall. Röhl: "Wir sehen die beiden Teile nicht als Einheit, sondern behandeln sie im Grunde als zwei separate Probleme." Hier ist die Bank auch Investor. Fraglich ist, wie viel von den 500 Millionen Euro Baukosten die Bank am Ende wird erlösen können.

Quelle: Die Welt, 21.07.2004

Oberhausen: Marina mit Port.O und Reisekaufhaus Mondi.O

In direkter Nachbarschaft zum neuen Sea Life Center in Oberhausen entsteht nicht nur die neue Marina Oberhausen, sondern auch eine neue Spezialimmobilie mit Namen Port.O. Neben den Anlegeplätzen sieht das Konzept einen Mix aus Shopping, Erlebnis, Information, Genuß und Unterhaltung vor. So sollen bspw. neben Büroflächen auf mehr als 12.000 qm auch Einzelhandelsflächen sowie Lifestyle-Gastronomien untergebracht werden.

Eines der Ankerangebote ist das sogenannte Mondi.O, ein Themenkaufhaus, das Reisen und Urlaub auf emotionale und sinnliche Art verkaufen soll. Ein Schwerpunkt des Konzeptes liegt auf der Präsentation von Reisedestinationen. Abseits von Katalogbildern sollen somit Urlaubs- und Kulturregionen durch Information, Landesküche, Kunst und Kultur, Mode und Show direkt erfahrbar werden. Zum Konzept gehören auch Outlets von nationalen und regionalen Fremdenverkehrsämtern und Reiseveranstaltern, Shops für Reiseliteratur und -gepäck, ein Foto- und Videostudio sowie reisemedizinische Beratung, Kinderbetreuung und eine Showbühne.

Port.O soll bereits im Frühjahr/Sommer 2005 eröffnet werden. Die Kosten belaufen sich auf 25 Mio. Euro.

Quelle: Themata, 05.07.2004

Marzahn: Vierter “Garten der Welt”

Der vierte "Garten der Welt" im Erholungspark in Berlin-Marzahn soll einen "Islamischen Garten" repräsentieren. Senatsbaudirektor Hans Stimmann und der marokkanische Landschaftsarchitekt Kamel Louafi stellten Anfang Juni das Konzept für den neuen Garten vor. Nach den Plänen Louafis stellt die Anlage ein "Riyâd" dar, einen typisch orientalischen Gartenhof, geometrisch vierteilig angelegt und eingefasst von einer vier Meter hohen Mauer mit vier Portalen. Ein zentrales Element ist darüber hinaus das Wasser. Vier Fontänen zieren vier Grünflächen und unter einem Pavillon im Zentrum des 58 mal 31 Meter großen Gartens sprudelt es aus einer Brunnenschale. Louafi war bereits für die Gärten der "Expo 2000" verantwortlich. Der "Islamische Garten" sei der einzige dieser Art in Nordeuropa, betonte der Architekt.

Die Kosten belaufen sich nach Auskunft von Baudirektor Stimmann auf zwei Millionen Euro. Die Mittel stammen aus dem Fonds "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" sowie von der Allianz Umweltstiftung. Die Eröffnung ist für Mitte 2005 geplant.

Der neue ist bereits der vierte "Garten der Welt". Bereits jetzt sind ein chinesischer, ein japanischer und ein balinesischer Garten zu besichtigen. In den nächsten Jahren sind noch ein italienischer Renaissancegarten und ein Baumhain geplant.

Quelle: Themata, 05.07.2004

Königswinter: Sea Life Center passiert Planungsausschuss

Der städtische Planungausschuss der Stadt Königswinter hat Ende Juni die frühzeitige Bürgerbeteiligung beschlossen und damit das Bebauungsplanverfahren für das Großaquarium auf den Weg gebracht. Zuvor hatte es Auseinandersetzungen um Standort und Architektur des geplanten Aquariums gegeben. Kritiker befürchteten, es könne das Eingangstor zur Altstadt und den Blick auf das Siebengebirge verschandeln.

Quelle: Themata, 05.07.2004

Bad Harzburg: “Krodoland” eröffnet - Investitionsoffensive

In Bad Harzburg eröffnete Ende Juni ein neuer Freizeitpark. Hinter dem Namen "Krodoland" verbergen sich verschiedenste Attraktionen wie eine moderne Reitanlage, eine Swingolf-Anlage, eine Ponyreitanlage, eine kleine Zooanlage für Haustiere, eine Spielscheune mit Klettertürmen, Rutschberg, Sandkasten der Sinne, Weidentunnel, Indianerdorf und Goldwaschen.

Das Krodoland entstand als "Public Private Partnership" (PPP) zwischen dem privaten Westeröder Investor Konrad Buritz und der im städtischen Besitz befindlichen Kur-, Tourismus- und Wirtschaftsbetriebe (KTW). Mit Unterstützung der EU und des Landes Niedersachsen investierte man rund zwei Millionen Euro.

Bad Harzburg rüstet sich auch gegen die wachsende Konkurrenz durch die Attraktionen in Wolfsburg. Zuletzt waren bereits eine Frei-Eisbahn, eine interaktive Nationalpark-Ausstellung im "Haus der Natur", eine Rodelbahn, ein Hochseilpark sowie eine Sauna-Erlebniswelt und die Bad Harzburger Sole-Therme entstanden. Geplant sind weiterhin ein "Sportpark Rennbahn" rund um die Galopprennbahn sowie ein "Jura-Park", der sich auf Dinosaurier-Funde in einem Steinbruch stützen soll.

Quelle: Themata, 05.07.2004

Für die Erlebniswelt läuft der Ball noch nicht rund

Land lehnt bisher Sonderförderung ab - Vertrag mit S 04

Der Bau des Reha-Zentrums ist in trockenen Tüchern, für das Hotel-Projekt im Berger Feld soll im September eine Baugenehmigung vorliegen. Sand im Getriebe ist dagegen bei der geplanten Fußball-Erlebniswelt. Zurzeit hakt es vor allem an der Weigerung des Landes, für die Förderung des Projekts tiefer in die Tasche zu greifen.

Die Berliner Gesellschaft Triad hat nahe der Arena auf rund 3000 m2 eine Fußball-Erlebniswelt geplant. 350.000 Besucher jährlich will die Triad anlocken. Die Investitionskosten wurden bisher mit 17,9 Mio Euro beziffert. Zur Finanzierung des ehrgeizigen Projekts benötigt die Triad jedoch nach WAZ-Informationen eine Sonderförderung durch das Land. Fürs Hotelprojekt hat die Landesregierung eine Ausnahme gemacht: Nach intensiven Bemühungen vor allem von SPD-MdL Baranowski und Stadtrat Hampe sagte NRW-Wirtschaftsminister Schartau 3,5 Mio Euro fürs Hotel zu - rund 1 Mio Euro mehr als bei der Regelförderung. Auch für die Fußballerlebniswelt habe er sich beim Minister wegen eines Zuschlags zur Regelförderung stark gemacht, so Frank Baranowski zur WAZ. Einer weiteren Ausnahme für Gelsenkirchen habe Schartau bisher aber nicht entsprechen wollen.

Deutliche Worte fand OB Oliver Wittke am Montag in seiner CDU-Nominierungsrede. Mit Blick auf die am 19. Juli in der Arena stattfindende Emscher-Lippe-Konferenz des Landes erinnerte er an ein Versprechen Schartaus, eine "große Kugel" nach Gelsenkirchen rollen zu wollen. Dazu zählte er ausdrücklich auch die Unterstützung einer Fußball-Erlebniswelt, die laut OB 40 Arbeitsplätze bringen würde. Auf die Zeitschiene verweist Wirtschaftsförderungsdezernent Joachim Hampe. "Bis zur WM 2006 müssen alle Projekte

verwirklicht sein", so Hampe. Das Hotel sei "auf einem sehr guten Weg". Bei der Erlebniswelt gebe es viele Bemühungen auf verschiedenen Ebenen.

Triad wollte keine Stellungnahme abgeben. Es gebe nichts Neues zu vermelden, hieß es. Von Schalke 04 schon: Eine Beteiligung des Klubs am Betrieb der Einrichtung sei bereits vertraglich fixiert, so S 04-Finanzchef Josef Schnusenberg auf Anfrage. Der Vertrag trete aber erst in Kraft, wenn die Erlebniswelt realisiert werde. Heißt: Bis zu einer Eröffnung der Freizeitstätte trägt der Verein kein Risiko.

Quelle: WAZ, 06.07.2004

Größtes Aquarium öffnet heute auf Sylt

Westerland - Feuchtes Terrain betritt heute Schleswig-Holsteins Ministerpräsidentin: Heide Simonis ist Ehrengast bei der Eröffnung des "Sylt Aquariums". Und das kann gleich mit zwei Superlativen aufwarten: Das stattlichste der insgesamt 25 Becken besitzt ein Fassungsvermögen von 500 000 Litern und ist damit das größte Aquarienbecken Deutschlands. Bundesweit einzigartig für ein öffentliches Aquarium ist zudem ein Sägefisch.

Zehn Millionen Euro investierten die Betreiber in das Großprojekt, erwartet werden 200 000 Besucher pro Jahr.

Ein Erlebnis, zwei Meere: Das "Sylt Aquarium" präsentiert sowohl die Unterwasserwelt der Tropen als auch die des Nordatlantiks. Insgesamt 150 Fischarten tummeln sich hier zwischen Korallen und Felsen, darunter Haie, Rochen, Muränen, Störe und die aus dem Kinofilm "Findet Nemo" bekannten Clownfische. Die heimische Meereswelt zwischen Wattenmeer und offener Nordsee umfasst 18 Schaubecken mit insgesamt 450 000 Litern Wasser. Besonders eindrucksvoll: Der "Spaziergang unter Wasser" durch einen gläsernen Tunnel. Für malerisches Ambiente im wörtlichen Sinne sorgen die mit maritimen Motiven versehenen Innenwände, die mal einen Hafen, mal einen Leuchtturm oder eine Düne zeigen.

Eine großformatige Glasscheibe vor einem Amphitheater gibt dabei den Blick in diese faszinierende Lebenswelt frei. Speziell für Kinder gibt es zudem ein Becken mit Meeresgetier zum Anfassen, in dem Seesterne, Anemonen und andere Lebewesen gehalten werden. Damit die Fische nicht Appetit aufeinander entwickeln, wird jeden Tag kräftig gefüttert: "Mindestens fünf Kilo Tintenfische und Stinte werden wir dafür benötigen", schätzt Meeresbiologin Andrea Sassenburg.

Quelle: Die Welt, 08.07.2004

Wissenschaftsparks: Boom hängt am seidenen Faden

Experte fürchtet Übersättigung

Ein walartiger Baukörper scheint sich glitzernd aus einem See zu erheben. Wer den Eingang passiert, kann drinnen ein Erdbeben erleben, Expeditionen unternehmen oder den Kosmos erforschen. Das "Universum Science-Center" in Bremen spiegelt einen Trend wider, der deutschlandweit um sich greift. Auch auf dem Gelände des Regionalflughafens Karlsruhe/Baden-Baden sollen Besucher künftig wissenschaftliche Fragestellungen erleben und erforschen können. Ein arabischer Scheich will dort einen Themenpark zur Luft- und Raumfahrttechnik bauen. Bereits seit zwei Jahren gebe es Gespräche mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt und der Aerospace Plaza GmbH, sagt der Geschäftsführer des "Baden-Airparks", Manfred Jung: "Wir können hier aber lediglich das Gelände reservieren. Das Risiko können wir dem Investor nicht abnehmen." Bis zu 30 Millionen Euro will sich der Scheich angeblich das Projekt kosten lassen. Zwischen 200 000 und 300 000 Besucher erwartet er pro Jahr. Ein Flugsimulator soll den Besuchern das Gefühl geben, in einer Raumkapsel ins Weltall zu fliegen. Andere Städte haben den Trend schon früher entdeckt. In Bremen haben mehr als eine halbe Million Menschen im ersten Betriebsjahr die Erlebniswelten besucht. In Wolfsburg soll 2005 das "Phaeno" eröffnet werden, ein Wissenschaftszentrum, das sich mit rund 250 interaktiven Exponaten als Erlebnislandschaft für Naturwissenschaften und Technik präsentieren will. Der Bau der Architektin Zaha Hadid soll nach Angaben der Betreibergesellschaft jährlich rund 260 000 Gästen Platz bieten. Ein Wissenschaftstheater steht für Experimentalvorträge und Science-Shows zur Verfügung. Die Stadt Darmstadt plant ein "Cybernarium": Ein "Edutainment-Center" soll wissenschaftsinteressierten Besuchern einen einfachen Zugang zu virtuellen Welten verschaffen. Wer eine Reise nach Italien scheut, kann zum Beispiel den Dom von Siena virtuell besuchen und erhält bei seinem Rundgang aus verschiedensten Perspektiven Einblicke in das Bauwerk. Experten wie der Geschäftsführer der Karlsruher Symbios Beratungsgesellschaft für Spezialimmobilien, Thomas May, warnen: Fraglich erscheine neben der konkreten Finanzierbarkeit der jeweiligen Science-Center-Projekte die Langlebigkeit. Die Verbindung von spielerischen Lernerlebnissen und spektakulärer Architektur sei zwar ein alternativer Weg der Wissensvermittlung, der Trend beinhalte jedoch das deutliche Risiko eines Überangebots. May vergleicht die Pläne von immer mehr Städten zur Errichtung von Wissenschaftszentren mit den früheren Modetrends zum Bau von Multiplex-Kinos oder Erlebnisbädern. Plötzlich stehe bei vielen Städten eben das Thema Wissenschaft ganz weit vorne. Dies zeige etwa der Wettbewerb der Städte um Titel wie "Wissenschaftsstadt Deutschlands". "Es droht eine Übersättigung, wenn zu viele Kommunen den Trend aufgreifen", sagt May.

Quelle: Harburger, 15.07.2004

Hütten und Kanus für Lobither Park

Gemeinde Rijnwaarden stellte Pläne für Freizeitpark vor. Im Oktober entscheidet der niederländische Rat.

Die niederländische Gemeinde Rijnwaarden treibt unbeirrt ihre Planungen für einen Freizeitpark in Lobith voran. Schon 2008 könnte Baubeginn am Eltense Weg sein. Das erfuhr Christoph Kukulies, Emmerichs FDP-Vorsitzender und Bürgermeisterkandidat, bei einer Info-Veranstaltung der Gemeinde Rijnwaarden.

Geplant ist die Lobither Anlage als ein ökologischer Freizeitpark. "Der Park soll sich in die Landschaft einfügen", erläuterte Kukulies auf Anfrage der NRZ. Die Fläche, zwischen 50 und 65 Hektar groß, werde wohl nicht mit Fahrgeschäften zugekleistert. So wie zum Teil in "De Efteling" in den Niederlanden. Statt dessen ist an Kanufahrten, Hütten zur Übernachtung oder Wanderpfade gedacht. Den neuen Park soll einen Hauch von Abenteuer umwehen.

Mit "De Efteling" könnte der Freizeitpark in Lobith konkurrieren, ist doch der Park bei Tilburg auch "nur" 65 Hektar groß. Niederländische Schätzungen gehen von 120 000 bis 200 000 Besuchern jährlich aus. Bei den Investoren soll es sich um mehrere niederländische handeln.

Rijnwaarden stellte auch vor, wie der Verkehr fließen könnte. Per Auto oder Bus über Zevenaar und Elten oder per Bahn über Zevenaar, Elten und Emmerich. Angedacht ist ein Halt von Zügen in Elten. Ein Stopp in Elten - das wäre natürlich eine prima Sache, findet Kukulies. Von hier aus könnte per Bahn über Zevenaar nach Arnheim gefahren werden. Die von der niederländischen Bahn jüngst geforderte Streckenauslastung von 500 Personen täglich, um die Arnheimer Strecke wiederzubeleben, dürfte so erreicht werden, sagt Kukulies.

Doch die Kehrseite der Medaille ist die Verbindung mit dem Auto, die ab der A 3-Abfahrt für viele über Elten führen dürfte. Mancher Eltener befürchtet einen Verkehrskollaps. "Nun müssen wir mit den Niederländern verhandeln, dass sie Geld für den Ausbau der Infrastruktur in Deutschland geben", fordert Kukulies. Die Stadt müsse auch versuchen, Land und Bund "anzuzapfen". Mit Blick auf den eh schon gestiegenen Lkw-Verkehr wünscht sich der FDP-Mann eine Umgehung für Elten. Eile sei geboten. "Wir dürfen uns nicht überrollen lassen. Wir müssen das beobachten und mit planen."

Kukulies ist angetan: "Von einem Freizeitpark können wir nur profitieren." Einige Besucher würden einen Abstecher nach Elten machen. Emmerich könne mit dem Freizeitpark als Ergänzung zu seinem Kulturangebot werben. Auch gegenüber dem noch wankenden Neumarkt-Center-Interessenten "Extra", der zusätzliche Kunden erwarten dürfte.

Bürgermeister Horst Boch besuchte ebenfalls die Info-Veranstaltung. Im Oktober stehe die Entscheidung über den Park im Rijnwaardener Rat an. Danach werde man mit den Holländern eine Arbeitsgruppe gründen, "um die Probleme zu durchleuchten.

Quelle: NRZ Online, 15.07.2004

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