Pressespiegel AWC
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Standortanlayse für die Bahn in Recklinghausen
Das Geld kommt aus Katar
22.11.2009
Nebenan ging es in die Vollen. „Gut Holz, gut Holz”, dröhnte es aus dem Keller der Gaststätte Haus Rosewitz in Recklinghausen-Hillerheide. Da hatte offenbar jemand großen Erfolg.
Recklinghausen. Auf der Suche eben danach, nach Erfolg, saßen die 46 Mitglieder des Vereins Pferdesportpark Recklinghausen Wand an Wand mit den Keglern und lauschten einem Vortrag, in dem es um die Zukunft der Trabrennbahn in Recklinghausen-Hillerheide ging. Sabby Mohrhardt, 45-jährige Projektmanagerin des Unternehmens AWC, sprach.
Die Kölner arbeiten im PSP-Auftrag an einer Machbarkeitsstudie zur Zukunftsfähigkeit der einst schnellsten Trabrennbahn Europas, auf der 2006 die Lichter ausgingen, weil der mit etwa sechs Millionen Euro verschuldete Trabrennverein Recklinghausen in die Insolvenz ging. Kerniger gesprochen kam der Auftrag aus dem Kreis der Zuhörer: „Hat die Bahn eine Chance oder nicht?”
Die Beantwortung der Frage kostet einen sechsstelligen Euro-Beitrag, den nach Auskunft des PSP-Vorsitzenden Jürgen Nethövel „unsere ehemaligen Freunde” zur Verfügung stellen. Gemeint sind damit Investoren aus dem Scheichtum Katar, die sich bereits vor einem Jahr für das Areal interessierten. „Und sie würden uns bestimmt kein Geld zur Verfügung stellen, wenn sie nicht noch Interesse hätten”, sagt Nethövel. Die Idee damals: ein Zentrum für Brieftauben.
Die Anaylsten und Projektentwickler von AWC sagen jetzt, von der Idee einer konkreten Nutzung könne derzeit noch keine Rede sein. Nur so viel ist sicher, weil es sich aus dem Auftrag ergebe. Es gehe um eine Ergänzungsnutzung zum Trabrennsport, der Kern am Standort bleiben soll. Wenn es denn tragbar sei. Erste Hinweise darauf, dass die bundesweite und jahrelang anhaltenden Krise des Trabrennsports die Talsohle erreicht hat, gebe es. So ist die Umsatzentwicklung auf einigen deutschen Bahnen wieder positiv, in Hamburg wurde unlängst in achtwöchiger Bauzeit das Oval aufwändig saniert.
Erst einmal würden Daten erhoben. Eine Standortanalyse, die nach Einzugsgebiet, Alters-, Haushalts- und Einkommensstruktur fragt und die unter anderem Erkenntnisse wie die folgenden erbrachte: 37 Prozent aller Einwohner Recklinghausens sind Singles, in 66 Prozent aller Haushalte gibt es keine Kinder. Woraus sich womöglich der Schluss ziehen lässt, dass eine Zusatznutzung, die auf Kinder abzielt, kaum Chancen am Markt hätte. Bekannt sei auch, dass das Einkommen der Mehrzahl der Recklinghäuser weniger als 2000 Euro beträgt und womöglich wenig Geld für die Nachfrage nach weiteren Freizeitangeboten besteht. Andererseits wissen die Experten, dass im theoretischen Einzugsgebiet für die Bahn auf der Hillerheide 19 Millionen Menschen leben. Die Frage ist: Wieviel von diesen würden sich für welches Angebot interessieren?
Debattiert werden soll diese Frage noch im Dezember in einem sogenannen Workshop, an dem der Stadt als Grundstückseigentümer, die Sparkasse Vest als Inhaber der verpfändeten Nutzungsrechte, der Insolvenzverwalter Wolfgang Lorisch aus Herten und der Verein Pferdesportpark teilnehmen sollen. AWC will dann auch bereits Ideen für mögliche Nutzungen vorstellen. Die Stadt, so PSP-Chef Jürgen Nethövel, habe ihre Teilnahme bereits zugesagt.
Fix und vom Hauptverband für Traber-Zucht und -Rennen (HVT) genehmigt seien auch die Termine für zwei Renntage im nächsten Jahr. Sie sind für den 9. Juli und 22. August 2010 terminiert.
Ausgetragen werden sollen sie mit der Unterstützung von ehrenamtlichen Helfern. Die wesentlichen Voraussetzung zur Durchführung seien erfüllt: „Wir haben den Antrag für die Totalisatorgenehmigung beim Regierungspräsidenten gestellt. Und die Renntechnik hat unser Verein aus der Konkursmasse des Trabrennvereins ersteigert”, sagt Jürgen Nethövel. Außerdem werde die Bahn bis dahin aufbereitet. Kostenpunkt: etwa 20 000 Euro, um neues Lavagestein aufzutragen.
WAZ
